Der Verein zur Förderung feministischer Theologie in Forschung und Lehre trauert um Gisela Keßler, Ehrenvorstandsmitglied des Vereins, die am 4. September 2026 in Wiesbaden im Alter von 88 Jahren verstorben ist. Gisela Keßler wurde am 21. April 1938 im niederschlesischen Haynau geboren. Sie erlernte den Beruf der Rechtspflegerin, den sie bis zur Geburt ihres Sohnes ausübte. Bis zum Tod wirkte sie im Kirchenvorstand ihrer Wiesbadener Gemeinde mit und war Mitglied der Dekanats- sowie der Landessynode.
Gisela Keßler gehörte zu denjenigen Mitgliedern der EKHN-Synode, die – allesamt nicht-ordinierte Mitglieder – 1996 den Verein für feministische Theologie aus der Taufe gehoben haben. 1995 hatte sich die Synode schwerpunktmäßig mit dem Thema „Frauen und Männer in der Kirche“ befasst. Das Ergebnis der Beratungen war der Antrag, einen Stiftungslehrstuhl für Feministische Theologie einzurichten. Das lehnte die Kirchenleitung 1996 ab. Sie versprach aber ein Stipendium und verlangte die Gründung eines Vereins, der dann noch im selben Jahr als Verein zur Förderung feministischer Theologie in Forschung und Lehre ins Leben trat. Gefeiert wurde das 1997 mit einem Gründungsfest in Marburg. Dabei vertrat Gisela Keßler den Verein bei einer Podiumsdiskussion zum Thema Feministische Theologie zwischen Universität und Gemeinde.
2002 wurde Gisela Keßler als Mitglied in den Vorstand gewählt. Ihm gehörte sie bis 2019 an, seit 2015 als stellvertretende Vorsitzende.
Seit 2001 vergibt der Verein zusammen mit anderen den Leonore-Siegele-Wenschkewitz-Preis für Arbeiten und Projekte auf dem Gebiet der Feministischen Theologie. Gisela Keßler hat von Anfang an in der Jury mitgearbeitet, die die eingereichten Arbeiten lesen und bewerteten.
Viele Jahre vertrat Gisela Keßler den Verein als Delegierte bei den Evangelischen Frauen in Hessen und Nassau e.V.
