Preisträger*innen 2017

Der diesjährige Leonore Siegele-Wenschkewitz Preis wurde am 12. November in der Evangelischen Akademie Frankfurt um 15 Uhr in einem Festakt übergeben. Der mit einem Preisgeld von 3000 Euro dotierte Hauptpreis geht an Gerhard Schreiber als Herausgeber des Grundlagenwerkes „Transsexualität in Theologie und Neurowissenschaften. Ergebnisse, Kontroversen, Perspektiven.“



=> weitere Informationen

25.10.2017, 08:16

Ausschreibung LSW-Preis 2017

Der Verein zur Förderung Feministischer Theologie in Forschung und Lehre e. V. schreibt für 2017 erneut den Leonore-Siegele-Wenschkewitz-Preis aus. Nähere Informationen zur Ausschreibung finden Sie hier.

28.01.2017, 14:20 RSS-Feed abonnieren

Einladung zum LSW-Preis 2015

Theologisches Highlight beim Leonore Siegele-Wenschkewitz Preis 2015


Der Leonore Siegele-Wenschkewitz Preis 2015 geht an Aliyah El Mansy für ihre Dissertation „Exogame Ehen. Die traditionsgeschichtlichen Kontexte der paulinischen Position“.

Wenn am 11. Oktober 2015 um 15 Uhr in der Sankt Nicolai Gemeinde (Waldschmidtstraße 116, Frankfurt) der diesjährige Leonore Siegele-Wenschkewitz Preis in einem Festakt übergeben wird, dann wird damit eine beeindruckend kenntnis- und detailreiche Untersuchung ausgezeichnet. Aliyah El Mansy stellt dar, wie Heiraten außerhalb der eigenen sozialen Gruppe in „jüdischen Schriften der Perserzeit und hellenistischen Zeit“, in „griechischen und römischen Schriften der späten Republik bis zur hohen Kaiserzeit“ und in „jüdischen und christlichen Schriften der frühen Kaiserzeit“ gewertet werden. Sie zeigt, dass sich in den Debatten vielfältige Positionen beobachten lassen und sich die negativen und positiven Einschätzungen ähneln. Die Preisträgerin kommt u.a. zu dem Fazit: „Die biblischen Texte kennzeichnet gerade, dass es keine einheitliche Regelung gibt. Die Positionierungen und Argumente sind zeitbedingt und versuchen auf Situationen zu reagieren, die die eigene Identität herausfordern. Exogame Ehen sind möglich – verhandelt wird über ihre Voraussetzungen und Gestaltung. Die herangezogenen Legitimationen sind dabei meistens sekundär und austauschbar. Paulus zeigt eindrucksvoll, dass er auf konkrete Ängste theologisch variabel reagieren kann.“

Die ausgezeichnete Arbeit besticht durch ihren weiten Horizont, die Fülle des herangezogenen sehr unterschiedlichen Quellenmaterials (dessen Einordnung zudem jeweils verständlich gemacht wird), sowie die prägnante und verständliche Darstellung. Feministisch-theologische Fragestellungen fließen in die Untersuchung mit großer Selbstverständlichkeit ein. Zugleich macht die Arbeit deutlich, wie die vielfach geforderte Intersektionalität in der Praxis die wissenschaftliche Diskussion befördert.

In der Feierstunde am Sonntag den 11. Oktober in Frankfurt wird die mutige Arbeit einer jungen Wissenschaftlerin gewürdigt und es besteht die Chance beim anschließenden Empfang mit ihr und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Die Veranstaltung ist öffentlich und der Eintritt frei. Anmeldungen an info@verein-fem-theologie.de oder per Einladungskarte erleichtern die Vorbereitung.

Der Leonore Siegele-Wenschkewitz Preis wird alle 2 Jahre vom Verein zur Förderung Feministischer Theologie in Forschung und Lehre e. V. in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Akademie Frankfurt, den Landesverband Evangelischen Frauen in Hessen und Nassau e.V. und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau vergeben und dient der Auszeichnung von Beiträgen, die in besonderer Weise die feministische Theologie oder die Gender Studies in der Theologie fördern. Mit dem Preis wird gleichzeitig an Leonore Siegle-Wenschkewitz erinnert. Die 1999 verstorbene Direktorin der damaligen Evangelischen Akademie Hessen und Nassau war mit ihrem Engagement für kirchliche Zeitgeschichte, das christlich-jüdischen Verhältnis, feministische Theologie und theologische Frauenforschung richtungsweisend.

top