Ausschreibung LSW-Preis 2017

Der Verein zur Förderung Feministischer Theologie in Forschung und Lehre e. V. schreibt für 2017 erneut den Leonore-Siegele-Wenschkewitz-Preis aus. Nähere Informationen zur Ausschreibung finden Sie hier.

28.01.2017, 14:20 RSS-Feed abonnieren

Einladung zum LSW-Preis 2015

Theologisches Highlight beim Leonore Siegele-Wenschkewitz Preis 2015


Der Leonore Siegele-Wenschkewitz Preis 2015 geht an Aliyah El Mansy für ihre Dissertation „Exogame Ehen. Die traditionsgeschichtlichen Kontexte der paulinischen Position“.

Wenn am 11. Oktober 2015 um 15 Uhr in der Sankt Nicolai Gemeinde (Waldschmidtstraße 116, Frankfurt) der diesjährige Leonore Siegele-Wenschkewitz Preis in einem Festakt übergeben wird, dann wird damit eine beeindruckend kenntnis- und detailreiche Untersuchung ausgezeichnet. Aliyah El Mansy stellt dar, wie Heiraten außerhalb der eigenen sozialen Gruppe in „jüdischen Schriften der Perserzeit und hellenistischen Zeit“, in „griechischen und römischen Schriften der späten Republik bis zur hohen Kaiserzeit“ und in „jüdischen und christlichen Schriften der frühen Kaiserzeit“ gewertet werden. Sie zeigt, dass sich in den Debatten vielfältige Positionen beobachten lassen und sich die negativen und positiven Einschätzungen ähneln. Die Preisträgerin kommt u.a. zu dem Fazit: „Die biblischen Texte kennzeichnet gerade, dass es keine einheitliche Regelung gibt. Die Positionierungen und Argumente sind zeitbedingt und versuchen auf Situationen zu reagieren, die die eigene Identität herausfordern. Exogame Ehen sind möglich – verhandelt wird über ihre Voraussetzungen und Gestaltung. Die herangezogenen Legitimationen sind dabei meistens sekundär und austauschbar. Paulus zeigt eindrucksvoll, dass er auf konkrete Ängste theologisch variabel reagieren kann.“

Die ausgezeichnete Arbeit besticht durch ihren weiten Horizont, die Fülle des herangezogenen sehr unterschiedlichen Quellenmaterials (dessen Einordnung zudem jeweils verständlich gemacht wird), sowie die prägnante und verständliche Darstellung. Feministisch-theologische Fragestellungen fließen in die Untersuchung mit großer Selbstverständlichkeit ein. Zugleich macht die Arbeit deutlich, wie die vielfach geforderte Intersektionalität in der Praxis die wissenschaftliche Diskussion befördert.

In der Feierstunde am Sonntag den 11. Oktober in Frankfurt wird die mutige Arbeit einer jungen Wissenschaftlerin gewürdigt und es besteht die Chance beim anschließenden Empfang mit ihr und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Die Veranstaltung ist öffentlich und der Eintritt frei. Anmeldungen an info@verein-fem-theologie.de oder per Einladungskarte erleichtern die Vorbereitung.

Der Leonore Siegele-Wenschkewitz Preis wird alle 2 Jahre vom Verein zur Förderung Feministischer Theologie in Forschung und Lehre e. V. in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Akademie Frankfurt, den Landesverband Evangelischen Frauen in Hessen und Nassau e.V. und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau vergeben und dient der Auszeichnung von Beiträgen, die in besonderer Weise die feministische Theologie oder die Gender Studies in der Theologie fördern. Mit dem Preis wird gleichzeitig an Leonore Siegle-Wenschkewitz erinnert. Die 1999 verstorbene Direktorin der damaligen Evangelischen Akademie Hessen und Nassau war mit ihrem Engagement für kirchliche Zeitgeschichte, das christlich-jüdischen Verhältnis, feministische Theologie und theologische Frauenforschung richtungsweisend.

Luise Schottroff ist gestorben



Unsere Preisträgerin des Leonore Siegele-Wenschkewitz Preises 2013, Prof. Dr. Dr. h.c. Luise Schottroff ist am Sonntag, dem 8. Februar 2015, in Kassel nach schwerer Krankheit im Alter von 80 Jahren gestorben.
 
 Foto: Claudia Janssen
 
Sie war eine inspirierende theologische Lehrerin, eine Mut machende feministische Bibelwissenschaftlerin, eine Brückenbauerin und beharrliche Kirchenfrau, eine Freundin, die die Hoffnung auf Gottes gerechte Welt weiter getragen hat.
Der Leonore Siegele-Wenschkewitz Preis für ihr Lebenswerk aus Anlass des Erscheinens ihres Kommentars zum 1. Brief an die Gemeinde in Korinth war die letzte große Auszeichnung, die Luise Schottroff entgegen nehmen konnte. Wir sind froh, dass wir sie auf diesem Weg noch einmal würdigen konnten und ihr zeigen durften, wie sehr ihr Arbeiten uns ermutigt, gestärkt und begleitet hat und weiter ermutigen, stärken und begleiten wird. Den Kommentar zum Matthäusevangelium, den Luise Schottroff noch begonnen hatte (vgl. die Laudatio zur Preisverleihung), müssen nun andere in die Hände nehmen.
Wie schade, dass Luise Schottroff nun die freundlichen Nachrufe auf sie nicht mehr lesen kann. Ich vermute, sie hätte sich gefreut. Wir sind dankbar für den gemeinsamen Weg und traurig, weil sie uns nun fehlen wird.
Hanne Köhler
 
Ulrike Scherf würdigt Theologin
Zum Tode der theologischen Wissenschaftlerin Luise Schottroff
Nachruf aus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau vom 9. Februar 2015
 
"Luise Schottroff hat uns gelehrt, die Bibel genau zu lesen" Zum Tod einer Wegbereiterin der sozialgeschichtlichen und feministischen Bibelauslegung von Claudia Janssen auf der Internetseite der EKD am 9. Februar 2015
 
Luise Schottroff ist tot - Leben für eine gerechte Theologie Nachruf in der TAZ vom 9. Februar 2015
 
Nach Ihrem Tod lesen wir neu den Artikel "Beziehungen sind Sterbeglück
Eine Begegnung mit Luise Schottroff im Angesicht des nahenden Todes" in Zeitzeichen 11/2014

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