Namensgeberin

Leonore Siegele-Wenschkewitz
1944 - 1999
Leonore Siegele-Wenschkewitz wurde am 27. Juni 1944 in Belgard/Pommern als Kind einer aus Riga stammenden Familie geboren. Nach abgebrochener Flucht und Ausweisung in Großgoltern, einem Dorf bei Hannover, in Osnabrück und Loccum aufgewachsen. Nach dem Abitur und einer halbjährigen Tätigkeit als Krankenpflegerin studierte sie Musikwissenschaft, Latein, Philosophie und Evangelische Theologie, seit 1963 in Göttingen und seit 1965 in Tübingen. Dort verlagerte sie den Schwerpunkt von der Musikwissenschaft auf die Theologie und promovierte 1972 mit einer kirchenhistorischen Arbeit zur Doktorin der Theologie, war danach Assistentin der Ev.-theol. Fakultät der Universität Tübingen, später Repetentin am Evangelischen Stift in Tübingen.

Zum 1. April 1983 ging Dr. Leonore Siegele-Wenschkewitz als Studienleiterin an die Evangelische Akademie Arnoldshain, deren Leitung sie, schon seit 1994 stellvertretende Direktorin, zum 1. Juli 1996 übernahm. 1984 wurde sie zur Pfarrerin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau ordiniert, 1990 im Fachbereich Evangelische Theologie der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main für Historische Theologie habilitiert und 1997 zur außerplanmäßigen Professorin ernannt.

Sie starb am 17. Dezember 1999 in Frankfurt am Main im Alter von 55 Jahren.

Seit 1997 gehörte sie der Arbeitsgemeinschaft Juden und Christen beim Deutschen Evangelischen Kirchentag, von 1980 bis 1997 der EKD-Kommission Kirche und Judentum an. Seit 1985 war sie Mitglied, seit 1988 stellvertretende Vorsitzende der Ev. Arbeitsgemeinschaft für Kirchliche Zeitgeschichte, deren Geschäfte sie bis zuletzt führte. 1985/86 war sie Mitglied des Vorbereitungsausschusses für die Frauen-Anhörung der EKHN. 1988/89 Mitglied des Vorbereitungsausschusses zum Schwerpunktthema „Die Gemeinschaft von Frauen und Männern in der Kirche“ der EKD-Synode, danach Mitglied eines vorbereitenden Ausschusses und von 1992 bis 1996 Mitglied und Vorsitzende der EKD-Kommission Förderung theologischer Frauenforschung, außerdem 1990/91 Mitglied des feministisch-theologischen Unterausschusses des Theologischen Ausschusses der Evangelischen Kirche der Union.

Ihre Hauptarbeitsgebiete waren die Kirchliche Zeitgeschichte, insbesondere die Geschichte der theologischen Wissenschaft und der evangelisch-theologischen Fakultäten, das Verhältnis von Juden und Christen, die Feministische Theologie und Theologische Frauenforschung. In der Tagungsarbeit der Akademie versah sie die Arbeitsbereiche Theologie und Gemeinde, Frauen in Geschichte und Gesellschaft / Feministische Theologie und von 1985 bis 1990 Musik.

Gedenken an Dr. Leonore Siegele-Wenschkewitz von Prof. Dr. Gury Schneider-Ludorff anlässlich der Preisverleihung des Leonore Siegele-Wenschkewitz Preises 2007.

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